Freitag, 2. März 2012

stand der dinge (II)

Eine wichtige Entscheidung ist gestern gefallen, ein anderer Punkt wird morgen entschieden und dann musste ich diese Woche noch etwas entscheiden, was überhaupt nicht auf dem Plan stand.

Der Reihe nach: mit diesem Post am Montag waren die Entscheidungen, wo wir unsere kirchliche Hochzeit feiern und welches Kleid ich tragen werde gemeint. Hinter den Punkt Location suchen konnte ich gestern einen Haken machen. Zur Auswahl standen noch eine sehr coole Bar und ein Restaurant, in dem ein Bekannter von uns Geschäftsführer ist. Die Entscheidung fiel uns ziemlich schwer und letztendlich haben wir uns dann für das Restaurant entschieden.
Die Kleiderfrage wird sich morgen endgültig entscheiden, allerdings ist eigentlich schon zu 99,9% sicher, dass ich das Brautkleid haben möchte, das ich als allererstes anprobiert habe.

Und dann wurde ich noch zu einer Entscheidung gezwungen, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte: ich musste mir eine neue Trauzeugin suchen. Meine beste Freundin teilte mir in einem Brief mit, dass sie nicht mehr meine Trauzeugin sein möchte, weil sie meine Erwartungen sowieso nicht erfüllen könne. Hier mal kurz die Frage in die Runde: was erwartet ihr von Trauzeugen? Für mich sind Trauzeugen schon auch dazu da, dem Brautpaar bei allen Vorbereitungen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Meine Ex-Trauzeugin sah das anders, in ihren Augen ist man als Trauzeuge lediglich ein Ehrengast an der Hochzeitsfeier, mehr nicht. Diesen Standpunkt teilte sie mir vor ca. zwei Monaten mit und ich dachte mir damals nur, zum Glück habe ich noch andere Freundinnen die sich voll reinhängen, helfen, wo sie können und vor allem auch Interesse zeigen. (Bevor jetzt Missverständnisse entstehen: ich erwarte definitiv nicht, dass meine Hochzeit das einzige Thema ist, wenn ich mit Freundinnen zusammen bin, aber mal eine Nachfrage, was die Suche nach einer geeigneten Location macht oder ob ich mich inzwischen für ein Kleid entschieden habe - wenigstens das kann ich von meiner besten Freundin doch erwarten, oder? Von ihr kam in dieser Hinsicht leider gar nichts.)
Der Brief ging aber noch weiter: nicht nur, dass sie nicht mehr meine Trauzeugin sein möchte schrieb sie, es stand auch noch drin, dass sie gar nicht erst zur Hochzeit kommen würde! Am selben Tag wird die Cousine ihres Mannes in Kroatien vor den Altar treten und das ist natürlich viel wichtiger als meine Hochzeit! Sie fährt lieber zur Verwandtschaft, über die sie sonst nicht ein gutes Wort verliert (im Gegenteil, da wird nur gelästert und geschumpfen), anstatt auf die Hochzeit ihrer besten Freundin zu gehen! Für mich ist diese Freundschaft damit beendet (oder liegt zumindest erstmal auf einem dicken fetten Eisbrocken). Ich habe für vieles Verständnis, wirklich, aber irgendwann reichts auch mir! Ich habe in den letzten Jahren genug toleriert, einige Kostproben gefällig: "Du kannst nicht zu meiner Geburtstagsparty kommen, weil überraschend irgendwelche Verwandten/Freunde von deinem Mann vorbeigekommen sind? Nicht schlimm, ich kann ja nicht von dir erwarten, dass dir deine beste Freundin wichtiger ist." - "Ach, du bist schwanger? Schön dass ich das über ein Social Network erfahre, weils deine Kollegen schon wussten und gepostet haben." - "Du möchtest mit mir zu IKEA, aber weil du nicht gerne Auto fährst soll ich einen mega Umweg fahren um dich und dein Kind abzuholen? Kein Ding." - "Du kannst nicht zu meiner Geburtstagsparty kommen, weil du deinen Mann nicht mit den Kindern alleine lassen möchtest? Ist doch ok, feier ich halt mal wieder ohne dich." - "Damit wir uns überhaupt sehen können, soll ich wie immer zu dir nach Hause kommen? Klar, es wäre ja auch echt zuviel verlangt, wenn du nur ein einziges Mal zu mir kommen würdest - und zwar ohne Kinder und nicht, weil du sowieso in der Nähe warst, sondern ausschließlich einfach nur deshalb, weil du mich sehen möchtest." - "Du hast keine Zeit, um mit mir ins Kino/was Essen/Trinken/Shoppen zu gehen, weil du ja schließlich Mutter bist und sich dein Leben nur noch um die Kinder und deinen Mann dreht? Völlig verständlich, andere Mütter machen solche Dinge ja auch nicht mehr." - "Die Hochzeit irgendsoeiner dummen Cousine deines Mannes ist dir wichtiger, als die deiner besten Freundin? Und das teilst du mir in einem Brief mit? Sorry, aber jetzt ist Schluss mit lustig!" (Wirklich lustig fand ich übrigens den Satz "ich hoffe, das beeinträchtigt unsere Freundschaft nicht". Träum weiter, Schätzelein ...)

So, genug ausgekotzt. Eine andere Freundin, die sowieso schon von Anfang an hilft, wo sie nur kann, ist jetzt meine Trauzeugin und sie macht ihren "Job" verdammt gut! Morgen vormittag gehen wir mein Brautkleid bestellen und ich habe ihr gesagt, dass sie das Wörtchen wunderschön schon mal üben soll und morgen gerne ganz oft verwenden darf.

Kommentare:

  1. Wie heißt es doch so schön? Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!

    ...lass Dir nicht einen der schönsten Tage Deines Lebens versauen!

    PS: Diese Worterkennung ist furchtbar...ich brauche im Schnitt 3-4 Versuche, um mich zu legitimieren. Da ist jeder Robot schneller ;))

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  2. Aus eigener Erfahrung kann ich leider auch nur sagen, daß Hochzeiten komischerweise immer ein hohes Konfliktpotential beinhalten. Da gibt´s dann plötzlich Riesenstunk mit der ganzen Familie, weil man es nicht so macht wie Andere erwarten. Scheinbar war Deine Freundin schon längere Zeit keine "beste Freundin" mehr. Du wolltest es wohl nur nicht wahrhaben. Ich kenn das. Und hab mich irgendwann abgewandt. Das Leben ist zu kurz, um es mit Menschen zu verbringen die einem nicht gut tun. Laß Dichnicht ärgern! Alles wird gut.
    LG, Nadine

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  3. Also mein Trauzeuge war in er Tat von mir nur als Ehrengast gedacht. Die Trauzeugin meiner Frau auch.
    Organisatorisch hatten wir das eh voll selbst in der Hand - wir müssten im Gegenteil unsere Trauzeugen HART ausbremsen bei dem Versuch, irgendwelche weiteren Dinge für uns organisieren zu wollen.

    Wenn aber sogar kleinstmögliche Erwartungen von Dir immer und immer wieder enttäuscht werden, ist eine Freundschaft nicht viel wert, glaube ich.
    Deine Konsequenz daraus ist absolut richtig.

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  4. Ich denke auch...die Freundschaft war laengst hinueber...das hat auch nichts mtit falscher Erwartungshaltung Zu tun! sollte ja eigentlich ne Ehre sein, die Trauzugin der besten Freundin zu sein!? Alles richtig gemacht :)

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  5. muss ich dir zustimmen. klar, manchmal dreht es sich um die eine person mehr als um die andere, aber wenn die einseitigkeit kein ende nimmt, hat man sich vllt einfach in verschiedene richtungen entwickelt. nicht jede freundschaft hält ewig. sobald man das akzeptiert hat, macht es die dinge einfacher. schade nur, dass es meistens so dramatisch endet. anyway, viel spass mit der neuen trauzeugin!!
    ach ja, und: WUNDERSCHÖÖÖÖN *seufz* :-D

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  6. @Frau Eiskalt: Oh nein, den wird sie mir nicht versauen! Der Spruch mit dem Pferd ist übrigens super!
    (Mit diesem Worterkennungsdingens hab ich auch in vielen Blogs so meine Probleme, ich stells hier ab - ich wusste nicht mal mehr, dass das an ist.)

    @Nadifre: Du hast recht, dafür ist das Leben echt zu kurz! Für mich ist die Sache mit ihr gegessen, sie hat es mir allerdings auch sehr einfach gemacht, da sie mittlerweile noch ziemlich böse E-Mails geschrieben hatte.

    @Miracle Man: So ein bisschen Unterstützung finde ich schon nett, fängt ja schon bei der Brautkleidsuche an ...
    Dass meine Konsequenz richtig war, hat mir ihr Verhalten von letzter Woche gezeigt, beschimpfen und beleidigen lasse ich mich nämlich nicht.

    @Steffi: Ich würde das auch als Ehre empfinden, aber da ist halt wieder jeder anders. Ich weiß mittlerweile, dass es ihr nicht passt, wie wir feiern wollen ... bitte, soll sie weg bleiben! Und zwar nicht nur von der Feier, sondern auch aus meinem Leben!

    @Schuliet: Oh ja, auf die Dramatik hätte ich auch gerne verzichtet, so dass man sich wenigstens noch grüßen kann, wenn man sich auf der Straße trifft, aber auch das hat sie mit der letzten E-Mail voll zerstört.
    Hihi, du hast wohl auch geübt :)

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